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Alternativen zu Öl und Gas - Interview mit Heiner Schiefer

ZaberBote: Herr Schiefer, wie sind Sie darauf gekommen, mit Schilfgras (Miscanthus) zu heizen?
Heiner Schiefer: Meine Gaszentralheizung in meinem Wohnhaus war 27 Jahre alt und es gab in letzter Zeit immer wieder kleinere Störungen und Reparaturen. Mir war klar, dass in absehbarer Zeit die Heizung ganz ausfallen könnte, und wenn dies im Winter geschieht, bleibt mir nur die Möglichkeit, wieder mit Gas zu heizen, denn ein kompletter Umbau auf eine andere Art von Heizung ist in dieser Jahreszeit nicht möglich. Ich machte mir Gedanken über verschiedene Alternativen zu Öl und Gas. Zusammen mit meinem Freund Jürgen Stöcker besuchte ich verschiedene Ausstellungen zu regenerativen Energien. Kurze Zeit war sogar eine Getreideheizung ein Gedanke, den ich zusammen mit meiner Frau aber schnell wieder verwarf, denn ein Nahrungsmittel wollten wir auf keinen Fall einfach verbrennen. Auch eine reine Pelletheizung kam nicht in Frage, hier wäre ich ebenfalls vom Markt abhängig. Ich wollte eine Heizung, bei der ich das Heizmaterial selbst – und vor der Haustür – erzeugen kann. Schließlich fand ich dann bei dem österreichischen Hersteller Fröling eine Miscanthusheizung. Nach mehreren Besichtigungen solcher Anlagen in Österreich entschlossen wir uns, eine solche Anlage zu bauen.
ZaberBote: Was unterscheidet Ihre Anlage von anderen Betrieben, die nachwachsende Rohstoffe verwenden?
Heiner Schiefer: Zunächst einmal kann ich in meiner Anlage sowohl Pellets, Holzkackschnitzel, Miscanthus oder aber auch Scheitholz (als Notbetrieb) verheizen. Bei der Verbrennung von Miscanthus entsteht etwas Schlacke, und diese Schlacke setzt im Brennraum den Rost zu. Bei meiner Anlage wird dieser Rost automatisch gerüttelt und gereinigt, sodass es zu keinen Störungen kommen kann. Natürlich ist so eine Art von Heizung wartungsintensiver als eine Gasheizung, aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, immer wieder kurz nach der Anlage zu schauen.
ZaberBote: Wie sieht es mit den Emissionen aus?
Heiner Schiefer: Zunächst kurz zur Anlage selbst: Zur Verbrennung wird mit einem Gebläse gearbeitet, das Frischluft zuführt. Im Abgasrohr steckt eine Lamdasonde, die die Abgase misst. Die Anlage regelt sich automatisch, nur die Grundwerte müssen eingestellt werden. Die Materialzufuhr sowie der Ascheaustrag erfolgen automatisch. Der Wirkungsgrad der Anlage liegt bei ca. 93 %. Die Grenzwerte bei den Staubmessungen wurden bis jetzt deutlich unterschritten (hier sahen wir die größten Probleme).Auch Geruchsbelästigungen gibt es überhaupt keine.
ZaberBote: Rechnet sich die Investition?
Heiner Schiefer: Die neue Anlage hat das Doppelte gekostet wie eine neue Gasheizung. Diese Mehrkosten sollen sich in 8 – 10 Jahren amortisieren. Steigt der Gaspreis weiter, so rechnet sich die Anlage noch schneller.
ZaberBote: Wem kann man so eine Anlage empfehlen?
Heiner Schiefer: Eine solche Heizanlage bietet sich vor allem für Landwirte oder Hobbylandwirte an, die das Miscanthus selbst anbauen, ernten und lagern können. Ich hoffe, dass in naher Zukunft auch Pellets daraus gewonnen werden können; dann wird es auch für Pelletheizungen interessant.