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Die Schöpfung bewahren

ZaberBote: Herr Wendnagel, Sie sind Vorsitzender des Vereins „Schöpfung bewahren e. V. Seit wann gibt es den Verein, wer steckt dahinter und warum wurde er gegründet?
Pfarrer Johannes Wendnagel: Den Verein gibt es seit dem Jahr 2000. Er ist ein Kind des Evangelischen Kirchenbezirks Brackenheim und wurde im Zusammenhang mit meiner Tätigkeit als Ökologiebeauftragter gegründet. Der Verein ist gemeinnützig. Er fördert religiöse Zwecke, darin enthalten die des Umwelt- und Naturschutzes, eben: Schöpfung bewahren. Neben vielfältigen Aktivitäten, wie der Zusammenarbeit mit anderen Initiativen, wird dies erreicht durch Errichtung, Betrieb und öffentliche Präsentation von regenerativen Energieträgern, in unserem Fall hauptsächlich Photovoltaikanlagen zur Sonnenverstromung inklusive des wissenschaftlichen und technischen Erkenntnisgewinns durch regelmäßige Überwachung und Ertragsoptimierung dieser Anlagen. Durch Beratungen, Vortragsveranstaltungen, Die Schöpfung bewahrenInterview mit Pfarrer Johannes Wendnagel, PfaffenhofenFührungen u.a. sollen private Nachahmer gewonnen werden. Jedermann, der sich völlig unabhängig von wirtschaftlichen Interessen über Photovoltaik informieren will, darf sich jederzeit an uns wenden (Tel: 07046 / 2103). Wir wollen Ökologie und Ökonomie vereinbaren. Grundlage ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz. Es garantiert die Abnahme von Strom aus Solaranlagen sowie eine festgelegte Vergütung über einen Zeitraum von 20 Jahren durch die Netzbetreiber.
ZaberBote: Wie viele solcher Anlagen haben Sie in Betrieb und wo?
Pfarrer Johannes Wendnagel: Es sind derzeit 40 Anlagen. Sie sind in der Regel auf kircheneigenen – evangelischen und katholischen – sowie kommunalen Dächern installiert. Größtenteils im Landkreis Heilbronn. Hinzu kommen 2 Großanlagen in Villingen mit zusammen 110 KWp, die der Verein zwar nicht besitzt, aber projektiert hat und begleitet.
ZaberBote: Und wie viele Anlagen betreiben Sie im Zabergäu?
Pfarrer Johannes Wendnagel: Ingesamt 18 Anlagen. Eine in Lauffen, eine in Nordheim, drei in Brackenheim, acht in Güglingen zwei in Cleebronn, zwei in Pfaffenhofen und eine in Zaberfeld.
ZaberBote: Wieviel Strom wird mit den Anlagen erzeugt?
Pfarrer Johannes Wendnagel: Der Jahresertrag aller, incl. der beiden Villinger Anlagen betrug 2007 rund 350.000 Kilowattstunden. Das reicht für die Versorgung von 100-150 Einfamilienhäusern, also rund 3 Neubaugebieten, rund ums Jahr aus. Das ist doch was!
ZaberBote: 40 Anlagen. Das hört sich ja nach viel Arbeit an.
Pfarrer Johannes Wendnagel: Also wenig ist es nicht. Und vor allem geschieht alles rein ehrenamtlich. Den größten Teil der Arbeit leistet unsere außerordentlich engagierte Caren Rösinger. Ich selbst tauche eigentlich nur noch bei strategischen Fragen auf. Frau Rösinger verwaltet alle Anlagen. Ihre Aufgabe ist es unter anderem, Erträge zu vergleichen, Ausreißer festzustellen und weiterzumelden. Hier arbeiten wir mit den Installationsbetrieben zusammen. Auf diese Weise konnten wir in der Vergangenheit Garantiefälle in der Größenordnung von mehreren zehntausend Euro abwickeln, die sonst evtl. gar nicht aufgefallen wären.
ZaberBote: Und wie finanziert sich das Ganze?
Pfarrer Johannes Wendnagel: Der Verein nimmt die Einspeisevergütung ein und verwendet sie ausschließlich und in voller Höhe zur Finanzierung der Anlagen. Bei erreichter Finanzierung und steuerlicher Neutralität werden die Anlagen an die jeweiligen Partner verschenkt – es bleibt kein Cent im Verein zurück. Wir haben keine Aufnahmegebühr und keinen Mitgliedsbeitrag. Alle im Verein Tätigen tragen ihre Unkosten vollständig selbst. Wir handeln aus reinstem Idealismus, wollen schnell und aufwandsarm möglichst viel Photovoltaik auf die Dächer bringen und damit helfen, die Schöpfung zu bewahren.