»Bleibe bei uns!« - Der Weg durch Passion und Ostern
„Bleibe bei uns!“ Wer so bittet, erlebt vielleicht gerade eine beglückende Begegnung und hofft, daraus könnte noch mehr werden. Diese Bitte könnte auch ein stilles Gebet sein, geseufzt am Bett eines lieben Menschen, in der Sorge um dessen Leben. Abschied, den wir nicht möchten. „Bleibe bei uns“ könnte auch heißen: Bleib, du hast unser Vertrauen.
In der Passions- und Osterzeit bedenken wir das Leiden und Sterben und die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus. Die Freunde konnten ihm nicht helfen, als ER gekreuzigt und ins Grab gelegt wurde. Da gab es kein „Bleiben“, sondern nur den Schmerz und die Trennung. Doch dann wurde ihnen eine neue Begegnung geschenkt: An verschiedenen Orten war ER plötzlich wieder ganz bei ihnen, als auferstandener und lebendiger Gott und Herr. Verständlich, dass sie IHN jetzt nie mehr verlieren wollten: „Bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt.“ (Lk 24,29) So bitten sie IHN dort in Emmaus. Und so dürfen wir IHN bitten – jeden Tag, wo auch immer wir sind. Diese Bitte nimmt er sich zu Herzen, trägt sie vor Gott und erfüllt sie auf seine Weise: mit seiner Nähe, durch sein Wort und seinen Geist, unter Brot und Wein, in der Gemeinschaft unserer Gottesdienste, in den Zeichen am Wegrand.
In diesem Sinn wünscht Ihnen gesegnete, frohe Ostern
Dekan Jürgen Höss, Brackenheim.