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Wohlergehen, Bewegung, Gesundheit – Schritt für Schritt in eine aktive Zukunft

Der LandFrauenverband Württemberg-Baden e.V. ist mit 55 000 Mitgliedern einer der größten Frauenverbände in Baden-Würt-temberg. Der Kreis Heilbronn zählt mit 78 Ortsvereinen – davon 15 im Zabergäu – und fast 7000 Mitgliedern zu den größten Kreisverbänden im Verbandsgebiet Nordwürttemberg und Nordbaden. ZaberBote: Die LandFrauen haben eine lange Tradition – aus welchem historischen Hintergrund heraus entstanden die LandFrauen?
Hannelore Wörz: Vor 110 Jahren gab es in Ostpreußen Zusammenschlüsse von Erzeugerinnen, um ihre Produkte besser zu vermarkten. Die Neugründung unseres Landesverbandes erfolgte 1946 von Gräfin Leutrum von Ertingen in der damaligen amerikanischen Zone, daher auch die Bezeichnung Württemberg-Baden. Sie erkannte die Notwendigkeit, dass sich die Frauen im ländlichen Raum neues Wissen aneignen müssen, gleichzeitig sollte die dörfliche Gemeinschaft gestärkt werden, nicht nur von Bäuerinnen, sondern von allen Frauen im ländlichen Raum.
ZaberBote: Und wie sieht ihre Rolle in der heutigen Gesellschaft aus?
Hannelore Wörz: Die LandFrauen sind anerkannter Träger der Erwachsenenbildung und bieten zahlreiche Vorträge, Kurse und Seminare in diesem Bereich an. Wir kümmern uns um die Interessenvertretung der Frauen und sind berufsständische Vertretung der Bäuerin.
ZaberBote: Welche Zielgruppe sprechen Sie an?
Hannelore Wörz: Bei uns sind alle Frauen herzlich willkommen. Inzwischen haben wir auch Mädchengruppen, also Junior-Mitgliedschaften.
ZaberBote: Welche Vorteile ergeben sich aus einer Mitgliedschaft bei den LandFrauen?
Hannelore Wörz: Über die vielfältigen Bildungsprogramme der Ortsvereine hinaus sind es auch die gemeinschaftlichen Aktivitäten und der Austausch untereinander, die eine Mitgliedschaft wertvoll machen. Es gibt Angebote auf Kreis- und Landesebene, wo wieder andere Kontakte möglich sind oder man wird Mitglied eines Arbeitskreises.
ZaberBote: Alle drei Jahre wählen sie ein aktuelles Leitthema, das die Arbeit und das Angebot des LandFrauenverbandes inhaltlich prägt. Das aktuelle Leitthema heißt: „Schritt für Schritt in eine aktive Zukunft; Wohlergehen, Bewegung, Gesundheit.“ Wie wird dieses Leitthema erarbeitet und umgesetzt?
Hannelore Wörz: Wir greifen Themenbereiche auf, von denen wir merken, dass sie in der Gesellschaft wichtig sind. Diese Themen werden in Arbeitskreisen mit der Basis erarbeitet und vom Landesverband thematisch umgesetzt – das heißt, die Themen werden gebündelt und verschiedene Ansätze herausgearbeitet. Die Ortsvereine erhalten dann die Informationen und entscheiden selbst, wie sie die Themen realisieren und welche Aktionen sie machen wollen. Beim aktuellen Thema war es uns wichtig, den großen Komplex „Gesundheit“ vor allem unter dem Gesichtspunkt Bewegung zu betrachten. Ende April fand unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsministerin Schmidt ein verbandsweiter Aktionstag statt, bei dem knapp 4000 LandFrauen mit ihrem Schrittzähler auf ca 38 Mio. Schritte kamen. Das ist einmal um die halbe Welt. Ein Ergebnis, das zu weiterer Bewegung ermuntert.
ZaberBote: Die LandFrauen engagieren sich auch in politischen Dingen; so sind sie zum Beispiel ganz entschieden gegen den Anbau von gen-veränderten Nahrungsmitteln in unserer Region. Damit wollen Sie ein Signal setzen – wie gehen Sie vor?
Hannelore Wörz: Es gibt Vorträge und Informationsveranstaltungen dazu, außerdem haben wir uns der Unterschriftenaktion von „mein-nein.de“ angeschlossen. Das Thema „Grüne Gentechnik“ ist sehr komplex – den LandFrauen geht es vor allem darum, den sozialen Frieden am Ort, der ja auch von Frauen mitgetragen wird, zu bewahren.
ZaberBote: In welcher Form werden die Interessen der LandFrauen auf politischer Ebene vertreten?
Hannelore Wörz: Viele unserer Mitgliedsfrauen sind in Gremien von der Ortsebene bis zum Bundestag, aber auch in Rund-funkräten oder bei Wirtschaftspartnern vertreten. Spezifische Probleme, die sich für Frauen bei gesetzlichen Regelungen bspw. in der Sozialversicherung ergeben, werden von unseren Fachfrauen geprüft und Änderungsvorschläge gemacht. So haben wir im Vorfeld der gesetzlichen Regelung zum Elterngeld auch die Einbeziehung von selbstständigen Frauen erreicht.
ZaberBote: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der LandFrauen?
Hannelore Wörz: Ich wünsche mir, dass sich viele Frauen von unserem Angebot angesprochen fühlen und der Verband weiterhin viele neue Mitgliedsfrauen begrüßen kann. Und natürlich, dass viele Frauen mit Ideen und Engagement – gerade auch im ehrenamtlichen Bereich – weiterhin so erfolgreich zur Arbeit der LandFrauen beitragen.