Lions-Club Güglingen-Zabergäu hilft in Not geratenen Menschen
Vor nunmehr 15 Jahren hat sich der Lions-Club im Zabergäu etabliert. Heute zählt dieser im Zabergäu 37 Mitglieder und 1,36 Millionen in 200 Ländern der Erde. Zu den Zielen von Lions gehört es, deutlich zu machen, dass sich verantwortungsbewusste Menschen als Mitglied der Gemeinschaft verstehen und bewusst der Gemeinschaft dienen.
Im Jahre 1917 gründete Melvin Jones in Amerika den ersten Lions-Club mit dem Ziel der humanitären Hilfe Bedürftiger. Vor über 55 Jahren wurde ein solcher in Deutschland gegründet. 1993 war im Juli die Gründungsversammlung des Lions-Club Güglingen-Zabergäu. Mit einer Kleidersammlung für bosnische Flüchtlinge wurden die ersten Aktionen gestartet. Es folgten 1994 Transporte von medizinischen Geräten und Hilfsgütern nach Litauen. Die Lieferung von drei gebrauchten, voll ausgestatteten und funktionsfähigen Krankenwagen wurde 1997 umgesetzt. Es wurde ein Besucherdienst im Alten- und Pflegeheim „Haus Zabergäu“ in Brackenheim eingerichtet, der auch heute noch über private Personen praktiziert wird.
Zwischenzeitlich wurde auch an der Förderschule Erich Kästner in Lauffen mit einer Anschubfinanzierung die Beschaffung der ersten Bausteine für den Mathematik-Unterricht nach dem System Montessori ermöglicht. Kinder sollen stark gemacht werden mit dem Projekt „Schule 2000“ hieß es dann in Brackenheim. Nein sagen lernen, innere Kompetenz aufbauen und fit machen fürs Leben. Das waren die Beweggründe für das Projekt, dessen Fortschritt und Durchführungsart auch der damalige Präsident der Lions, Georg Zorn, an der Förderschule Zabergäu Brackenheim mitgemacht und miterlebt hat.
Bärbel Friedel, die über das Institut für vorbeugende Lungenheilkunde, eigens hierfür an die Schulen ging und deren Bezahlung unter anderem vom Lions-Club übernommen wurde, gab den Kindern vor, was zu tun ist. Die Klassenlehrerin Angelika Lange setzt dann in den weiteren Unterrichtsstunden alles um. Mit Atemübungen und Körperexperimenten wurden die Kinder und Jugendlichen zur bewussten Erfühlung der Atmung geführt.
Der Lions-Club Güglingen-Zabergäu kümmert sich aber auch um seine Mitglieder selbst und solche, die Unternehmen besitzen. So referierte bei einem Tischabend des Lions-Clubs, in der Herzogskelter Güglingen, Armin Pfannenschwarz über das Thema „Nachfolge im Familienunternehmen, Fluch oder Segen?“ Mit diesem für so manchen Unternehmer heiklen, aber auch informativen Themenkomplex machte Pfanneschwarz klar, die Anzahl der potentiell zur Verfügung stehenden Nachfolger nimmt seit Generationen ab.
Mit einer der Gründe dafür sei die gesellschaftliche Veränderung, nicht zuletzt im Bereich der Kinderzahl. Hatte ein Bauer oder ein selbständiger Handwerker oder Firmenbesitzer zum Jahrhundertwechsel oft noch mehr als fünf Kinder, war meist eines bereit, den Betrieb weiter zu führen. Heute sind es überwiegend nur eines oder zwei Kinder, die aber immer häufiger in eine andere Branche einsteigen und vom elterlichen Betrieb nichts wissen wollen. Problematisch kann es inzwischen für einen Betrieb werden, wenn er Darlehen braucht und die Nachfolge nicht geregelt ist. Da kann es nach den neuen Gesetzen leicht passieren, dass die Banken keine Darlehen geben dürfen.
Mit weiteren zahllosen Projekten und den Erlösen aus Benefizveranstaltungen half der Lions-Club dort wo es notwendig erschien. Als jüngste Aktion war in Brackenheim das Benefizkonzert von Kerstin Mörk während des Christkindlesmarkt-Wochenendes im Bürgerzentrum. Sie verzauberte mit ihren Händen und dem schwarzen Flügel das Publikum, das sie begeistert mit Beifall belohnte.